Ashwagandha – Ayurvedisches Wundermittel

Das wichtigste zu Ashwagandha:

  • … gilt im Ayurveda als Energiequelle
  • … wird in der Naturheilkunde bei Entzündungen eingesetzt
  • … gilt als natürliches Antioxidans
  • … gilt in der empfohlenen Dosis als ungefährlich und nebenwirkungsfrei

Im indischen Ayurveda wird Ashwagandha (Withania somnifera) seit mehr als 5.000 Jahren als Stärkungsmittel genutzt. In Afghanistan, Indien und Pakistan gilt die auch als „indischer Ginseng“ bezeichnete Pflanze schon sehr lange als Heilmittel. Gerade die arabischen Länder verwenden Ashwagandha als Narkotikum zur Schlafförderung. Die auch als Schlafbeere oder Winterkirsche bekannte Pflanze wird mittlerweile auch in unseren Breitengraden beliebter, da ihr zahlreiche positive Eigenschaften nachgesagt werden.

Was ist Ashwagandha und woher kommt die Pflanze?

Ashwagandha ist ein Nachtschattengewächs und wird der Familie der Whitania zugeordnet. Nach der Aussaat im Frühling wächst Ashwagandha als Busch und erreicht eine Wuchshöhe von bis zu 1,50 Metern. Die Pflanze besitzt kleine ovale Blätter und bildet zwischen Juli und September Blüten in Glockenform aus. In der Folge entstehen außerdem leuchtend rote Früchte.

Ursprünglich stammt Ashwagandha aus Afrika, dem Nahen Osten und China. Inzwischen gehen Experten einheitlich davon aus, dass die Pflanze erstmals in nordafrikanischen Regionen auftauchte und sich von hier aus weiter verbreitete. Bodenproben und andere Funde deuten zumindest darauf hin, dass die Schlafbeere seit mindestens 3.000 Jahren genutzt wird. Seit etwa dem 16. Jahrhundert ist Ashwagandha auch in Europa bekannt.

Ashwagandha bevorzugt vor allem trockene und sonnige Standorte. Feuchte Böden sind durchaus in Ordnung, Frost hingegen wahres Gift. Deshalb ist Ashwagandha in Deutschland eher als einjährige Pflanze anzutreffen, da sie den Winter nicht überstehen würde. In ihren Ursprungsländern ist die wild wachsende Ashwagandha-Pflanze aber mehrjährig. Eigentlich ist die Schlafbeere recht anspruchslos und somit benötigt sie auch keine besondere Pflege, wenn sie als Zimmerpflanze gezogen wird.

Was wird von Ashwaghanda verwendet?

Generell können alle Pflanzenteile der Schlafbeere verwendet werden, aufgrund der größeren Menge an Wirkstoffen werden in der traditionellen Medizin vor allem ältere Pflanzen genutzt. So werden zur Herstellung von zahlreichen Ashwagandha-Präparaten oft Pflanzen eingesetzt, welche mindestens sieben Jahre alt sind.

In rohem Zustand hat Ashwagandha einen bitteren Geschmack, weshalb sie meist in Milch mit Rohrzucker und Pfeffer aufgekocht und warm getrunken wird. Diese Form der Anwendung ist vor allem im Ayurveda üblich. Aus Blättern und Wurzeln wird zudem ein Pulver hergestellt.

Wie wirkt Ashwagandha?

Ashwagandha enthält vergleichsweise wenige Inhaltsstoffe, diese gelten jedoch als recht wirkungsvoll.

In Ashwagandha sind neben verschiedenen Alkaloiden (Anafarin, Cuscohygrin, Nicotin, Tropin, Withasomnin) auch Withanolide enthalten. Für die zugeschriebene heilende Wirkung von Ashwagandha werden die Withanolide verantwortlich gemacht, zu denen Withaferin A, Somniwithanolid, Somniferanold und Withasomniferanolid gehören.

Ashwagandha hat auch die Bezeichnung als Energiequelle erhalten, denn gerade in Pulverform soll es bei Menschen mit Depressionen eine positive Wirkung haben. Withanolid soll beruhigend und entspannend wirken können, weshalb Ashwagandha möglicherweise auch bei Stress hilfreich sein kann. Die ayurvedische Medizin setzt die Schlafbeere schon lange gegen Depressionen ein, selbst bei Tumoren wird sie im indischen Ayurveda als unterstützende Behandlung genutzt. In Ägypten und zahlreichen anderen Ländern im arabischen Raum wird die Pflanze seit jeher als Narkotikum, Aphrodisiakum und verjüngendes Tonikum genutzt.

Ashwagandha werden

  • antivirale und antibakterielle
  • entzündungshemmende
  • antioxidative
  • keimabtötende
  • insektenabwehrende
  • erotisierende

Wirkungen nachgesagt, jedoch müssen in Bezug auf diese noch viele Untersuchungen durchgeführt werden.

Ashwagandha unterliegt in Deutschland nicht dem Betäubungsmittelgesetz, auch eine Deklaration als so genanntes „Novel Food“ ist bislang nicht erfolgt. Ashwagandha gilt deshalb auch nicht als Lebensmittel und Hersteller dürfen nicht mit Heilversprechen werden. Vor allem Extrakte der Ashwagandha-Wurzel haben aber in der EU eine Zulassung als Nahrungsergänzungsmittel.

Anwendungsbereiche von Ashwagandha in der Naturheilkunde

Vor allem die ayurvedische Medizin schreibt Ashwagandha schon lange positive Wirkungen zu. Doch auch die Naturheilkunde setzt Extrakte der Pflanze bei verschiedenen Problemen wie Schlafstörungen, Impotenz, Entzündungen, Infektionen oder auch Nervenerkrankungen ein. Auch für das Gehirn soll die Schlafbeere Vorteile haben.

Ashwagandha gegen Entzündungen

Einigen Untersuchungen zufolge soll Ashwagandha die Aktivität des Immunsystems anregen können. Studien an Mäusen zeigten, dass es zu einer Steigerung der Zellaktivität natürlicher „Killerzellen“ zu kommen scheint. Eine verbesserte Immunabwehr trägt natürlich dazu bei, weniger Entzündungen aufkeimen zu lassen.

Ashwagandha gegen Impotenz und männliche Unfruchtbarkeit

Im Ayurveda ist es schon seit langer Zeit Tradition, Ashwagandha als Aphrodisiakum anzuwenden. Hier soll es vor allem bei sexualer Dysfunktion und Unfruchtbarkeit von Männern hilfreich sein. Diese Annahme wird inzwischen auch von Studien unterstützt, denn in Tierversuchen zeigte sich bereit eine Induzierung der Spermatogenese bei Ratten.

Ashwagandha bei Schlafproblemen

Aufgrund von multifunktionalen adaptogenen Eigenschaften, die der Schlafbeere nachgesagt werden, kann sie den Körper zur Selbstregulierung anregen und so einen normalen Tagesrhythmus ermöglichen. Der Körper kann so besser mit Energie versorgt werden, durch den zudem verbesserten Tagesrhythmus sorgt am Abend das Melatonin auch für Schläfrigkeit. Dadurch kommt es zu einer Verbesserung des Schlafs.

Ashwagandha zur Unterstützung bei Nervenerkrankungen

In verschiedenen Studien an Tieren zeigte sich, dass Ashwagandha scheinbar unterstützend bei Nervenerkrankungen wie Parkinson oder auch Multipler Sklerose helfen könnte. Zum einen könnte das auf die antioxidative, zum anderen auf die neuroprotektive Wirkung der Schlafbeere zurückgeführt werden. Inwiefern die Ergebnisse auf den Menschen übertragbar sind, ist aber noch unklar.

Ashwagandha kann die Gehirnfunktion unterstützen

Ashwaghanda scheint Untersuchungen zufolge eine Wirkung auf die Kognition zu haben. Die Naturheilkunde und auch die ayurvedische Medizin wendet es häufig bei Gedächtnisschwäche von Kindern sowie bei Gedächtnisverlust älterer Menschen an. Zudem kann Ashwagandha entspannend wirken, wodurch sich möglicherweise verbessernde Effekte auf das visuelle Langzeitgedächtnis zeigen könnten.

Ashwagandha als Antimykotikum

Der Schlafbeere wird nachgesagt, sie könne durch Unterdrückung der Sporenbildung sowie des Wachstums von Hyphen das Wachstum von Pilzen hemmen. Bei Schimmelpilzen wie Aspergillus flavus, Fusarium oxysporum sowie Fusarium verticilloides konnte Ashawagandha in Untersuchungen wirksame antimykotische Aktivitäten zeigen.

Weitere Anwendungsgebiete für Ashwagandha

Die Naturheilkunde setzt Ashwagandha aber noch bei vielen anderen Problemen ein. Dazu gehören unter anderem:

  • allgemeine Abgeschlagenheit, Erschöpfung und Kraftlosigkeit
  • Stress
  • Bluthochdruck sowie zur Regulierung des Blutzuckerspiegels
  • Senkung des Cholesterinspiegels
  • Linderung von Depressionen und Ängsten
  • vorbeugend und unterstützend bei der Behandlung von Krebs
  • Schilddrüsenfehlfunktion
  • Verbesserung von Ausdauer und Widerstandsfähigkeit

Noch immer zahlreiche Studien notwendig

Zwar gibt es zu den Anwendungsgebieten bereits mehr als 200 Studien, die meisten Untersuchungen wurden jedoch nur an Tieren durchgeführt. Nicht immer lassen sich die Ergebnisse auch auf den Menschen übertragen und so müssen zu vielen Anwendungsbereichen aus der Naturheilkunde und der Erfahrungsmedizin noch hinreichende wissenschaftliche Untersuchungen durchgeführt werden.

Ashwagandha richtig dosieren

Erhältlich ist Ashwagandha in Pulver- und auch Kapselform. Um eine optimale Dosierung zu erreichen, sollten bevorzugt Ashwagandha-Kapseln verwendet werden. Sie sind leicht zu dosieren, können auch unterwegs eingenommen werden und sind außerdem geschmacksneutral. Aufgrund des teils unterschiedlichen Wirkstoffgehalts haben Kapseln gegenüber Pulver auch den Vorteil, dass der Wirkstoff immer gleich dosiert ist. Das ist vor allem auch in Bezug auf mögliche Nebenwirkungen von Bedeutung.

Die empfohlene Dosierung liegt bei 300 bis 500 Milligramm des Wurzelextrakts.

Eine Anwendung während der Schwangerschaft, während der Stillzeit sowie bei Kindern unter zwölf Jahren sollte nicht erfolgen.

Nebenwirkungen von Ashwagandha

Bei Ashwagandha handelt es sich um ein pflanzliches Produkt, Nebenwirkungen zeigen sich maximal im Magen-Darm-Bereich. Und auch nur dann, wenn es zu einer Überdosierung kommt. Im schlimmsten Fall kann es dann zu Übelkeit und Erbrechen sowie Durchfall kommen. Wird das Präparat abgesetzt, gehen die Beschwerden aber schnell zurück.

Studien zur möglichen Wirkung von Ashwagandha

Ashwagandha war lange Zeit eher uninteressant für die Wissenschaft. In den letzten Jahren hat sich das aber geändert. Inzwischen werden zahlreiche Studien durchgeführt, welche die Wirksamkeit von Ashwagandha genau untersuchen. Zwar sind diese noch nicht alle beendet, die bisherigen Ergebnisse können aber als vielversprechend angesehen werden.

Folgende Studien wurden bereits durchgeführt:

  1. Im Jahr 2013 wurde im Rahmen einer indischen Studie mit 180 unfruchtbaren Männern über einen dreimonatigen Zeitraum ein Extrakt der Ashwagandha-Wurzel eingesetzt, täglich erhielten die Männer fünf Gramm des Extrakts.

An weiteren 50 gleichaltrigen gesunden Männern erfolgte ein Vergleich der Werte. Es zeigt sich, dass es durch die Einnahme des Ashwagandha-Extrakts zu einer Verbesserung der Spermienqualität zu kommen scheint, so dass Wissenschaftler davon ausgehen, Ashwagandha könnte die Behandlung von Unfruchtbarkeit unterstützen. [1]

  1. Weitere Studien stellten heraus, dass Ashwagandha auch in der Krebstherapie eine Unterstützung darstellen kann.

Im Jahr 2013 wurde in Malaysia eine Untersuchung durchgeführt, laut der die Inhaltsstoffe in der Schlafbeere hilfreich gegen krebsbedingte Müdigkeit sein können. Es zeigte sich dabei eine Verbesserung der Lebensqualität bei den betroffenen Patienten. [2]

In einer weiteren Untersuchung der Kaschmir University aus dem Jahr 2016 zeigt sich außerdem, dass Ashwagandha gegen mikrobielle Infektionen sowie Angstzustände helfen könnte. [3]

  1. Im Jahr 2015 zeigte zudem eine Studie, dass die Schlafbeere möglicherweise auch bei Schlaganfällen als therapeutisches Mittel zum Einsatz kommen könnte. [4]

Ashwagandha kaufen – Darauf sollten Sie achten

Möchten Sie Ashwagandha kaufen, sollten Sie darauf achten, dass das jeweilige Produkt einen möglichst hohen Gehalt an Withanoliden aufweist. Nur in diesem Fall handelt es sich auch um ein hochwertiges Produkt.

Sofern auf einer Verpackung Angaben dazu fehlen, dann ist der Wirkstoff sehr wahrscheinlich nur in geringen Mengen enthalten. Sie sollten zudem darauf achten, dass der Wirkstoff immer in gleicher Konzentration enthalten ist. Denn so ist die tägliche Einnahmemenge besser dosierbar. Wichtig ist weiterhin, dass Ashwagandha-Produkte möglichst ohne Konservierungs- und andere Zusatzstoffe erhältlich sind, da nur so kann von hoher Reinheit ausgegangen werden kann.

Fazit: Ist Ashwagandha ein Wundermittel?

Vor allem bei Beschwerden wie Schlafstörungen oder männlicher Impotenz wird Ashwagandha immer häufiger als Wundermittel beschrieben. Inzwischen können auch Studien diese Wirkungen belegen, weshalb Ashwagandha als Alternative zu chemischen Mitteln immer beliebter wird.

 

Die Schlafbeere ist ein pflanzliches Produkt. Handelt es sich um Bio-Qualität, dann ist es frei von chemischen Zusätzen, Konservierungsmitteln und Düngemitteln und führt bei einer sachgemäßen Anwendung auch nicht zu unerwünschten Nebenwirkungen.

Inhaltsangaben pro 100 Gramm (ca.)

Energie/Brennwert (Kalorien) 275 kcal / 1.160 kJ
Kohlenhydrate 47 Gramm
Fett 0,3 Gramm
Eiweiß 3,8 Gramm
Salz 0,2 Gramm

Inhaltsstoffe ohne genaue Mengenangaben:

Alkaloide (Anaferin, Cuscohygrin, Nicotin, Tropin, Withasomnin)

Withanolide (Withaferin A, Somniwithanolid, Somniferanolid, Withasomniferanolid)

(alle Angaben ohne Gewähr)

 

Quellen:

[1] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23796876
[2] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23142798
[3] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26601969
[4] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25294638