Arganöl – Das flüssige Gold Marokkos

Das wichtigste zu Arganöl (Argania spinosa):

  • … enthält gesättigte und ungesättigte Fettsäuren sowie Antioxidantien
  • … eignet sich zur Haut- und Haarpflege
  • … besitzt entzündungshemmende und antioxidative Eigenschaften
  • … gilt als nebenwirkungsfrei

Arganöl gehört seit vielen Jahrtausenden zu einem der kostbarsten Öle auf dieser Erde. Nicht zuletzt auf Grund seiner außergewöhnlichen Wirkung auf Haut und Haar und sogar auf den gesamten Organismus wird das Öl von schönheitsbewussten wie auch gesundheitsbewussten Menschen gleichermaßen geschätzt. Welche Wirkungen Sie mit Arganöl erzielen können, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Arganöl Herkunft – Aus Marokko in die ganze Welt

Das Arganöl wird aus den Früchten des Arganbaums gewonnen. Der Arganbaum wächst nur in einer bestimmten Region Marokkos. Zahlreiche Versuche, das Gewächs anderswo anzusiedeln, sind bis heute nicht gelungen. Heute existieren noch rund 20 Millionen dieser Bäume, die allesamt im Südwesten Marokkos beheimatet sind. Hier stimmt die Kombination aus Klima und Boden. Unter optimalen Bedingungen kann ein Arganbaum 200 Jahre alt werden. Da sein Lebensraum stark beschränkt ist, wurde die gesamte Region, in der die Bäume wachsen 1998 von der UNESCO zum Biosphären-Reservat erklärt.

Jeder Arganbaum ist Eigentum der Regierung Marokkos. Auch solche, die auf Privatgelände stehen. Den Grundbesitzern wird lediglich ein Nutzungsrecht eingeräumt, welches die Abholzung etwa strengstens untersagt.

Unter den herkünftigen Berberfamilien wird der bis zu 10 Meter hohe Arganbaum als Baum des Lebens geschätzt. Er versorgt die Stämme mit allem, was sie für Ihren Alltag benötigen. Das reichhaltige Öl findet Anwendung in der Küche und in der Hautpflege, die Früchte ernähren die Nutztiere und mit dem Fallholz heizen die Berber Ihren Wohnraum.

Der Arganbaum hat sich im Laufe der Evolution stark an seine Umgebung angepasst. Seine Wurzeln bohren sich viele Meter in die Erde. Da der Nährboden in den Wüsten Marokkos jedoch nicht viele Nährstoffe abgibt, ist sein Wasserbedarf recht gering. Seine Früchte schützt er mit langen Dornen vor Fraßfeinden.

Das steckt drin – Arganöl Inhaltsstoffe

Arganöl ist ein besonders hochwertiges Öl mit vielen wertvollen Inhaltsstoffen, die es sowohl für die innerliche als auch für die äußerliche Anwendung geeignet machen. Neben seinem sehr hohen Anteil an Vitamin E beinhaltet es außerdem eine einzigartige Kombination von Antioxidantien und essenziellen Fettsäuren. Auf Grund letzterer und dank seines einzigartigen nussigen Geschmacks zählt es zu einem Gourmet-Öl und wird nicht nur in der westlichen Küche gerne verwendet. Die Kosmetik hingegen setzt auf seine feuchtigkeitsspendenden Bestandteile.

Die Fakten über Arganöl in Kürze:

  • Herkunft: Marokko
  • Herstellung: Pressung aus den Kernen der Arganfrucht
  • Inhaltsstoffe: Vitamin E, Antioxidantien, gesättigte und ungesättigte Fettsäuren
  • Anwendungsgebiete: Küche, Zur Hautpflege bei Akne, Pickeln und Mitessern, Zur Regeneration der Haut bei Neurodermitis, Zur Haarpflege, als Cholesterinsenker, zum Schutz vor Herzinfarkt, Parkinson, Alzheimer, bei Rheuma und Bluthochruck

Arganöl Herstellung

Auf den ersten Blick scheint der Preis für dieses Öl recht hoch. Doch dieser Preis ist mehr als gerechtfertigt, wenn man bedenkt, welch aufwändiger Herstellungsprozess nötig ist, um kleine Mengen des Öls zu gewinnen. Sicherlich spielen auch Angebot und Nachfrage eine Rolle bei der Preisgestaltung der Produzenten, doch ein Blick auf das Gewinnungsverfahren lohnt sich allemal.

Da die Arganien sehr stachelige Gewächse sind, ist es für den Menschen fast nicht möglich, die Früchte vom Baum zu ernten. Das Schütteln, beziehungsweise das Schlagen der Bäume ist von Gesetz wegen verboten. So bleibt den Berbern nicht viel übrig als zu warten, bis die Früchte der Arganie vom Baum fallen. Anschließend werden diese in der Sonne getrocknet und danach vom Fruchtfleisch befreit. Dieses schmeckt sehr bitter und ist für den Menschen ungenießbar. Zur Herstellung des Öls werden die in der Frucht befindlichen Kerne genutzt. Eine weitere Möglichkeit zur Gewinnung der Argannüsse ist das Heraufschicken von Ziegen in die Baumkronen. Die Tiere fressen hier die bitteren Früchte mit samt der Kerne. Da die Verdauung der Ziegen die Kerne nicht verwerten kann, werden diese irgendwann wieder ausgeschieden und weiterverarbeitet.

Nachdem das Fruchtfleisch um den Kern entfernt ist, wieder dieser aufgeknackt und die darin liegende Mandel entfernt. Diese dient als Grundlage zur Gewinnung des kostbaren Öls.

Nur intakte Mandeln, die keinerlei Verunreinigungen aufweisen, werden für die Ölgewinnung verwendet. Auch das Aussortieren schadhafter Nüsse geschieht heute noch weitestgehend von Hand. Anschließend wird das Öl entweder durch Kaltpressung oder durch vorheriges Rösten der Nüsse, durch das ein sehr nussiges Aroma entsteht, und folgender Pressung gewonnen. Kaltgepresstes Arganöl hat ein sehr markantes Aroma, weist allerdings auch die meisten Inhaltsstoffe auf. Bedenken wir nun, dass eine Berberfrau es schafft innerhalb eines Tages etwa 1kg von Hand gelesene Mandeln zu gewinnen und für einen Liter reinem Arganöl zwischen vier und fünf Kilo Argannüsse benötigt werden, dann erklärt sich der scheinbar hohe Preis für Arganöl von ganz alleine. Mittlerweile wird Arganöl auch industriell hergestellt, allerdings ist ein solches Öl häufig nicht so gut wie das von Hand hergestellte. Oftmals gehen bei den industriellen Prozessen die meisten Inhaltsstoffe verloren.

Arganöl als Heilmittel – So kann Ihnen Arganöl helfen

Arganöl wird schon seit Jahrtausenden von den Berbern als Heilmittel eingesetzt. Neben der Pflege für Haut und Haar, versorgt das Öl den Organismus zudem mit einem optimalen Fettsäureverhältnis von 80:20 aus gesättigten und ungesättigten Fettsäuren.

Außerdem beinhaltet es große Mengen an Vitamin E und hat entzündungshemmende sowie antioxidative Eigenschaften. Und zwar sehr starke. Die beinhalteten Phytosterole können dabei helfen, selbst starke Entzündungskrankheiten wie Arthritis zu bekämpfen. Darüber hinaus können diese Inhaltsstoffe dabei helfen die Cholesterinaufnahme im Darm zu regulieren.

Arganöl zur Pflege von Haut und Haar

Besonders Haut und Haare können von der regelmäßigen Pflege mit dem Öl durchaus profitieren. Sein hoher Anteil an ungesättigten Fettsäuren dient den Körperzellen als natürlicher Befeuchter und sorgt dadurch für mehr Vitalität und Spannkraft für Haut und Haar. .Ein weiterer wichtiger Bestandteil, das Vitamin E, wirkt als starkes Antioxidans auf zellulärer Ebene und schützt Haut und Haar vor dem Angriff schädlicher freier Radikale. Vitamin E pflegt und heilt verbrannte und vernarbte Haut. In Arganöl liegt außerdem eine spezielle Form des E Vitamins vor, die sogenannten Tocopherole.

Diese besitzen die Eigenschaft, durch freie Radikale entstandene Schäden zu neutralisieren. Carotinoide schützen die Haut außerdem vor Schäden die durch UV Strahlung entstehen können. Abgerundet wird der gesunde Inhaltstmix durch Saponine und Polyphenole, die die Haut geschmeidig und glatt halten. Besonders erwähnenswert ist noch der sehr hohe Anteil an Linolsäure, die sowohl innerlich als auch äußerlich angewendet, gute Wirkung gegen Entzündungen aller Art aufweisen. Besonders bei Erkrankungen wie Neurodermitis oder juckender und rissiger Haut ist Linolsäure das Mittel erster Wahl um den unangenehmen Symptomen den Kampf anzusagen.

Arganöl ist gut für die Haare

Unsere Haare verlieren im Laufe der Zeit durch unterschiedliche Faktoren wie häufiges Föhnen und Glätten, Sonneneinstrahlung oder Färben an Flexibilität und Feuchtigkeit. Dann brauchen sie besonders viel Pflege. Mit Arganöl ist es sehr einfach, strapaziertes Haar zu pflegen. Seine Substanzen dringen tief in das Innere der Haare ein und stärken sie. Im Vergleich zu anderen Ölen beschwert Arganöl nicht und kann so nicht nur als Kur, sondern auch als Finishing beim Stylen eingesetzt werden. Intensiv angewendet, spendet es schuppiger Kopfhaut viel Feuchtigkeit und sorgt dafür, dass sie besser durchblutet wird. Das kann zum einen das Haarwachstum fördern, und zum anderen frühzeitigem Haarausfall vorbeugen. Und so wenden Sie Arganöl als Haarkur richtig an: Sie können Arganöl auf dem gewaschenen oder trockenen Haar anwenden.

Entnehmen Sie eine ausreichende Menge und massieren Sie das Öl ordentlich in Haare und Kopfhaut ein. Am besten lassen sie das Öl mehrere Stunden, besser über Nacht in Ihre Haare einziehen. Zum Schutz vor Verschmutzung Ihrer Wäsche können Sie Ihre Haare in ein Handtuch einwickeln. Die zusätzliche Wärme sorgt für einen extra Boost. Waschen Sie Ihr Haar nach der Behandlung wie gewohnt mit einem milden Shampoo und stylen Sie sich wie üblich. Diese Anwendung können Sie ein bis zweimal pro Woche durchführen. Schnell werden Sie feststellen, wie geschmeidig Ihr Haar wird, und dass krauses Haar sich deutlich glatter anfühlt.

Arganöl für die Wimpern

Arganöl wird vor allem von Kosmetikern gerne zur Pflege von Wimpern und Augenbrauen eingesetzt. Es verstärkt ihre Elastizität und sorgt für ein gesundes Haarwachstum. Da Arganöl allgemein sehr schonend ist, kann es auch von Menschen mit Hautproblemen angewendet werden. Tipp: Verwenden Sie Arganöl zum Entfernen von Makeup. Selbst wasserfeste Produkte lassen sich mit Arganöl problemlos beseitigen. Dabei wird Ihre Haut noch bestmöglich gepflegt.

Arganöl für das Gesicht

Gerade die empfindliche Haut im Gesicht ist besonders prädestiniert um mit Arganöl behandelt zu werden. Nirgendwo anders am Körper gibt es so viele verscheiden Hautzonen – von trocken bis fettig. Alle Hauttypen können von der Anwendung mit Arganöl nur profitieren. Es sorgt dafür, dass Ihre Haut wieder ins Gleichgewicht kommt. Zusätzlich sorgt das Öl durch seine durchblutungsfördernden Eigenschaften dafür, dass Ihre Haut frischer aussieht und bekämpft nebenbei Pickel und Hautunreinheiten. Ihre Haut bekommt einen zusätzlichen Feuchtigkeitsschub und alle nötigen Nährstoffe, die sie braucht um sich zu regenerieren.

Arganöl in der Küche – Die innerliche Anwendung von Arganöl

Auch in der Küche ist Arganöl sehr vielfältig und eignet sich hervorragend zum Verfeinern von Salaten, Dips und Gemüse und zum Braten von Fleisch und Fisch. Allerdings hat es einen relativ niedrigen Rauchpunkt und sollte niemals zu heiß erhitzt werden. Eigentlich ist es auch zu schade zum Braten und sollte eher dazu genutzt werden, Speisen den letzten Pfiff zu geben.

Arganöl kaufen – Darauf sollten Sie achten

Mittlerweile bieten viele Feinkostläden und Spirituosenhändler Arganöl zum Kauf an. Eine verbreiterte Form des Handels finden wir über das Internet in zahlreichen Onlineshops. Doch Arganöl ist noch lange kein Arganöl, deshalb sollten Sie beim Kauf des marokkanischen Goldes unbedingt auf einige Dinge achten.

Achten Sie auf ein Produkt mit Bio Siegel. Zwar bietet Ihnen das Siegel keine Garantie, dass das Arganöl über eine hohe Qualität verfügt, jedoch können Sie sich sicher sein, dass das Öl aus einem zertifizierten Anbau stammt und nicht mit anderen Substanzen gepanscht wurde. Dies wird nämlich gerne aus Kostengründen von einigen Herstellern so gemacht.

ACHTUNG bei vermeintlichen Schnäppchen! Gutes Arganöl hat seinen Preis. Das liegt vor allem an dem aufwändigen Herstellungsverfahren und der beschränkten Menge verfügbaren Arganöls. Der durchschnittliche Preis für 250ml Arganöl beginnt etwa bei 20 Euro. Alles was darunter angeboten wird, sollte Sie als Kunde stutzig werden lassen.

Beim Kauf sollten Sie sich auch unbedingt auf Ihre Nase und Ihren Geschmackssinn verlassen. Im Laufe der Zeit werden Sie ein Gespür dafür entwickeln, welches Öl eine gute Qualität hat und welches nicht. Doch aufpassen: Je nachdem wie Arganöl hergestellt wird, riecht es auch unterschiedlich. Während das Öl aus gerösteten Argannüssen hergestellt wird nach Walnuss riecht, riecht das kaltgepresste Arganöl eher typisch nach den Früchten der Arganie.

Die richtige Lagerung von Arganöl

Entscheidend für das perfekte Aroma von Arganöl ist die richtige Lagerung. Bewahren Sie die getönten Glasflaschen stets dunkel und eher kühl zwischen 10°C und 20°C auf. ACHTUNG: Bei kälterer Lagerung, etwa im Kühlschrank, neigt Arganöl dazu auszutrüben oder flockig zu werden. Sobald das Öl bei Zimmertemperatur gelagert wird, wird das Öl wieder klar. Erschrecken Sie nicht, wenn sich bei Ihrem Arganöl etwas Bodensatz absetzt, im Gegenteil: Dies ist eher ein Zeichen dafür, dass es sich um ein naturreines Öl handelt und spricht eher für seine Qualität.

Die wichtigsten Eigenschaften von Arganöl im Überblick

Arganöl wirkt

  • Antibakteriell
  • Immunstärkend
  • Fungizid
  • Antioxidativ
  • Zellverjüngend
  • Desinfizierend

Arganöl Nebenwirkungen

Normalerweise kann Arganöl als nebenwirkungsfrei angesehen werden. Da es sich hier um ein reines Naturpräparat hält, ist dies in der Regel weder durch Zusätze belastet, noch durch Umweltgifte verunreinigt. Allerdings sollten Personen, die unter einer Nussallergie leiden, Arganöl vorsorglich meiden, da das Öl aus den ausgepressten Nüssen der Arganie hergestellt wird. Zu Beginn einer äußerlichen Behandlung mit Arganöl kann es zu Hautrötungen oder Pickeln kommen, die in der Regel nach wenigen Tagen wieder verschwinden. Falls Sie irgendwelche Nebenwirkungen bei sich feststellen, sollten Sie bei Ihrem behandelnden Arzt vorstellig werden um auszuschließen, dass es sich nicht um eine ernsthafte Erkrankung hält.

Video: Arganöl – Marokkos weißes Gold

Inhaltsstoffe pro 100 Gramm (ca.)

Energie 896 kcal/ 3.751 kJ
Fett 100 Gramm
davon
gesättigte Fettsäuren 19 Gramm
einfach ungesättigte Fettsäuren 46 Gramm
mehrfach ungesättigte Fettsäuren 35 Gramm
Kohlenhydrate 0 Gramm
Ballaststoffe 0 Gramm
Eiweiß 0 Gramm

Inhaltsstoffe ohne genaue Mengenangaben:

Phytosterole D-7-Schottenol, Alpha-Spinasterol
Tocopherole Alpha-Tocopherole
sekundäre Pflanzenstoffe Triterpenalkohole, Ferulasäure, Quercentin, Myricetin, Vanilla-Säure, Syringa-Säure, Tyrosol
Squalen

(Inhaltsangaben ohne Gewähr)