Schwarzkümmelöl – Der Klassiker neu entdeckt

Das wichtigste zum Schwarzkümmelöl (Nigella sativa):

  • … enthält ungesättigten Fettsäuren, ätherischen Ölen, Vitaminen und Mineralstoffen
  • … besitzt antioxidative, desinfizierende und pilzhemmende Eigenschaften
  • … ist auch für Hunde und Pferde geeignet
  • … verursacht kaum Nebenwirkungen

Schwarzkümmelöl ist ein besonders vielseitiges Öl, welches Wissenschaftler und Alternativmediziner immer häufiger einsetzen. Dabei ist die gesundheitliche Wirkung des Öls schon seit einigen Tausend Jahren bekannt. Seit den 1960er Jahren befasst sich die moderne Schulmedizin immer wieder in Studien mit der genauen Wirkweise von Schwarzkümmelöl und die Ergebnisse sprechen für sich. Mittlerweile ist Schwarzkümmelöl eines der meist verkauften gesundheitsfördernden Öle und kann sanfte Hilfe bei Allergien, Bluthochdruck, Schlafstörungen, einem geschwächten Immunsystem und sogar Krebs bieten.

Schwarzkümmelöl: Hier kommt das Öl her

Besonders in seinen muslimischen Herkunftsländern wird der Schwarzkümmel und dessen Öl seit vielen Jahren zur Behandlung verschiedenster Erkrankungen eingesetzt. Bis heute spielt es eine zentrale Rolle in jeder islamischen Hausapotheke. Selbst der Prophet Mohammed soll gesagt haben, dass „Schwarzkümmelöl gegen jede Krankheit helfe, außer dem Tod.“ Heute ist eines der Hauptanbauländer Ägypten, wo bewiesener Maßen das hochwertigste und therapeutisch bedeutendste aller Schwarzkümmelöle herkommt. Hier werden die kleinen Samen geerntet und mittels Kaltpressung zu dem hochwertigen Öl verarbeitet. Schwarzkümmelöl ist nicht ganz günstig, doch wenn man bedenkt, dass es knapp 60kg Samen braucht um einen Liter Öl zu gewinnen, relativiert sich der Preis ziemlich schnell.

Inhaltsstoffe im Schwarzkümmelöl

Im Wesentlichen besteht Schwarzkümmelöl aus ungesättigten Fettsäuren und ätherischen Ölen. Doch nicht zuletzt die Kombination weiterer Inhaltsstoffe wie Thymochinon, Saponin und Melathinin, Folsäure, Magnesium A- Vitamine, B-Vitamine und Vitamin C und E machen das Schwarzkümmelöl so besonders wertvoll für die Gesundheit. Besonders der knapp 1%ige Anteil an ätherischen Ölen reicht, damit das Öl antioxidativ, desinfizierend und pilzhemmend wirken kann. Dank seines besonders hohen Anteils komplexer Fettsäuren ist es besonders dazu geeignet, den Körper mit wichtigen Aminosäuren zu versorgen, die er selbst nicht herstellen kann.

Anwendungsgebiete Schwarzkümmelöl

Schwarzkümmelöl eignet sich hervorragend für die Pflege von Haut und Haar und kann dank der hervorragenden Kombination seiner Inhaltsstoffe ausgezeichnet bei Akne und Pickeln, Neurodermitis und Haarausfall helfen. Doch auch bei Verbrennungen der Haut oder anderen Erkrankungen wie etwa Neurodermitis kann das Öl dank seiner entzündungshemmenden Eigenschaften die Wundheilung maßgeblich vorantreiben. Das Öle in der Regel gut für Haut und Haar sind gilt mittlerweile als unbestritten. Doch was kann das Schwarzkümmelöl noch? Im Folgenden geben wir Ihnen eine kleine Übersicht. Schwarzkümmelöl wirkt:

  • Entzündungshemmend
  • Antiviral
  • Antifungal
  • Schmerzlindernd
  • Antioxidativ
  • Blutdrucksenkend
  • entkrampfend

Schwarzkümmelöl bei Allergien und Heuschnupfen

Wie genau Schwarzkümmelöl bei Allergien und Heuschnupfen wirkt ist noch nicht ganz geklärt. Allerdings ist bekannt, dass der hohe Anteil an ätherischen Ölen die Beschwerden vieler Allergiker lindern kann. Lästiger Juckreiz der Augen und der Nase kann gemindert werden, die Linolsäure sorgt bei Heuschnupfenpatienten für ein Abklingen der Entzündung. Unter bestimmten Umständen kann die Allergie sogar gänzlich ausgeheilt werden. Nicht zuletzt wirkt Schwarzkümmelöl durch die Inhaltsstoffe Saponin und Melathinin positiv auf die allergiegeplagten Atemwege. Selbst der bekannte Arzt Dr. Schleicher berichtet in seinem Buch „Natürlich heilen mit Schwarzkümmelöl“ von mehr als 600 geheilten Allergiepatienten, die er mit Schwarzkümmelöl behandelt hat. Eigenen Aussagen Glauben schenkend, konnte der Immunologe knapp 70% seiner Patienten mit Schwarzkümmelöl heilen.

Schwarzkümmelöl bei Asthma

Auch Asthma ist eine Erkrankung, die wie Allergien, durch eine Überstimulation des Immunsystems entsteht. Hier kann Schwarzkümmelöl erfolgreich eingesetzt werden und die Krankheit recht gut in Schach halten. Neben der bereits erwähnten Inhaltsstoffe Saponin und Melanthin sorgt ein weiterer Inhaltsstoff für Ruhe im Körper: Die Linolsäure. Sie regt den Organismus vermehrt dazu an Prostaglandin E1 zu produzieren. Dadurch werden Bronchien und Blutgefäße geweitet, Beschwerden werden relativ rasch gebessert. Schwarzkümmelöl kann so eine sanfte Alternative zu anderen, chemischen Medikamenten darstellen.

Schwarzkümmelöl gegen Magen-Darm-Beschwerden

Schwarzkümmelöl hat stark krampflösende Eigenschaften. Dadurch eignet es sich hervorragend bei der Behandlung von Magenschmerzen. Magenschmerzen werden sehr häufig durch eine entzündete Magenschleimhaut, der sogenannten Gastritis hervorgerufen. Die antientzündlichen Inhaltsstoffe des Schwarzkümmelöls sorgen hier schnell für Ruhe. Die Entzündungen können unter der Einnahme schnell abheilen, die krampflösenden Eigenschaften beruhigen den Magen.

Und auch gegen Blähungen kann Schwarzkümmelöl helfen. Blähungen entstehen durch bakterielle Zersetzungsprozesse im Darm. Diese Bakterien gelangen wiederum durch den Magen in den Darm wo sie im günstigsten Fall nur lästige Gase entstehen lassen. Kommt es schlimmer entstehen schmerzhafte Bauchkrämpfe. Durch die Einnahme von Schwarzkümmelöl können diese Bakterien bereits im Magen bekämpft werden und die verkrampfte Darmmuskulatur kann entspannen.

Schwarzkümmelöl gegen Nieren- und Leberleiden

Nieren und Leber sind die am meisten beanspruchten Organe im Körper und erfüllen eine wichtige Aufgabe. Sie sind dafür zuständig, dass Toxine aus dem Blut gefiltert und ausgeschieden werden. Da diese Organe zeitgleich der höchsten Toxinbelastung ausgesetzt sind neigen deren Zellen schneller zum Absterben als andere Zellen im menschlichen Körper. Schwarzkümmelöl besitzt Eigenschaften, die die Durchblutung anregt und so Toxine schneller aus dem Körper ausscheiden lässt. Dadurch werden Leber und Nieren geschont. Das dies nicht nur so daher gesagt ist, belegt eine Studie (1) aus dem Jahr 2007.

Schwarzkümmelöl gegen Zahnfleischentzündungen und Mundgeruch

Mundgeruch und Zahnfleischentzündungen entstehen durch bakteriellen Befall der Mundhöhle. Ein gesunder Bestand an Bakterien im Mund ist eigentlich wichtig, damit die Mundflora im Gleichgewicht ist. Auch für die Verdauung spielen einige Bakterien eine wichtige Rolle. Doch vermehren sich die falschen Bakterien im Mund kann es zu unangenehmen Entzündungen und zu Mundgeruch kommen. Schwarzkümmelöl kann hier gleich doppelt helfen. Zum einen wirkt es gegen die Bakterien, zum anderen bekämpft es die Entzündungen. Eine regelmäßige Ölziehkur kann bei der Behandlung dieser Probleme recht gut helfen.

Schwarzkümmelöl gegen ADHS

Das sogenannte Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Syndrom ist keine neue Modeerkrankung wie viele meinen. Vielmehr wird der Behandlung dieses Krankheitsbildes erst seit wenigen Jahren durch die Medizin Aufmerksamkeit geschenkt. Betroffene leiden – anders als viele erwarten – nicht nur im Kindesalter an dieser Krankheit, auch viele Erwachsene sind davon betroffen. Die Konzentrationsfähigkeit der Patienten ist deutlich gemindert, viele klagen auch über Schlaf- und Einschlafprobleme.

In vielen Fällen werden den Patienten starke Beruhigungsmittel verschrieben die den Patienten quasi soweit „sedieren“, dass er still bleibt. Kein schöner Gedanke sein Kind derart unter Drogen zu setzen. Alternativ berichten viele Betroffene von einer stark positiven Wirkung des Schwarzkümmelöls. Es soll sich positiv auf die Konzentrationsfähigkeit der Patienten auswirken. Die ADHS Erkrankten zeigen sich allgemein ruhiger und entspannter. Wissenschaftliche Studien zu diesem Thema wurden bislang leider noch nicht durchgeführt, allerdings sollten die zahlreichen positiven Berichte Betroffener und Ihrer Familien nicht einfach ignoriert werden.

Schwarzkümmelöl Wirkung bei Krebs ?

Angeblich wird das Schwarzkümmelöl in seinen Herkunftsländern seit vielen Jahrtausenden als erfolgreiches Mittel gegen Krebs eingesetzt. Allerdings können Sie sich vorstellen: Wenn ein einfaches Öl hilft, den Krebs zu besiegen, wozu dann eine belastende Chemo- oder Strahlentherapie? Dennoch interessiert sich auch die westliche Medizin seit einigen Jahren um die Wirkung des Öls bei unterschiedlichen Krebsleiden. Hier geht es allerdings vielmehr darum den Körper während der Krebstherapie optimal zu unterstützen und negative Begleiterscheinungen der Behandlung einzudämmen. Nicht zuletzt aufgrund seiner immunstärkenden Wirkung findet Schwarzkümmelöl mittlerweile starke Beachtung der Schulmedizin.

Auch in der Prävention spielt – medizinisch gesehen – Schwarzkümmelöl eine große Rolle. Forscher in den USA und Japan konnten mittlerweile herausfinden, dass Schwarzkümmelöl einen negativen Effekt auf das Wachstum von Krebszellen hat und unter Umständen die Entstehung von Tumoren verhindern kann.

Schwarzkümmelöl bei Tieren – So profitieren Hund und Pferd von Schwarzkümmelöl

Nicht nur bei Hautallergien und schlechtem Fell kann den geliebten Vierbeinern helfen. Über das Futter eingenommen kann es passieren, dass Parasiten einen großen Bogen um Ihr Tiermachen. Zecken mögen den Geruch, den der Verzehrer ausstrahlt nämlich gar nicht, und Flöhe und Milben nehmen auch lieber Reißaus. Zusätzlich kann auch das Fell oder die Haut mit dem Öl eingerieben werden. Stechmücken können den Geruch nämlich auch nicht leiden und lassen Pferd & Co. lieber in Ruhe.

Auch Asthmatische Erkrankungen lassen sich bei Tieren ebenso wie beim Menschen gut mit Schwarzkümmelöl behandeln. Doch Vorsicht: Für Katzen ist Schwarzkümmelöl auf gar keinen Fall geeignet. Dies liegt an dem unterschiedlichen Stoffwechsel, der sogenannten Glucuronidierung, Die Bestandteile des ätherischen Öls, welche normalerweise über die Leber ausgeschieden werden, gelangen bei der Katze durch ein fehlendes Enzym nur sehr langsam aus dem Organismus. Dies könnte eine gefährliche Vergiftung zur Folge haben, an der das Tier sogar sterben kann. Grundsätzlich ist bei allen ätherischen Ölen bei Katzen höchste Vorsicht geboten!

Schwarzkümmelöl Einnahme

Bevor Sie mit der Einnahme beginnen sei gesagt: Achten Sie bei der Auswahl Ihrer Produkte auf ein sehr hochwertiges Öl! Das hochwertigste und zugleich erfolgversprechendste Öl stammt aus Ägypten. Öle mit der Bezeichnung „Jara Siva“ weisen die höchsten Heilkräfte auf.

Für die Anwendung gibt es zahlreiche Möglichkeiten, die immer in Abhängigkeit der Erkrankung gewählt werden sollten. Zur Hautbehandlung entnehmen sie zuerst eine geringe Menge Öl und tragen dieses auf die zu behandelnde Stelle auf. Das Ganze können Sie bis zu dreimal täglich wiederholen. Begleitend können Sie 10 Tropfen des Öls täglich oral einnehmen.

Zur Behandlung von Allergien und Heuschnupfen sollten Sie spätestens ab Beginn der Pollen- und Blütezeit täglich etwa 25 Tropfen Schwarzkümmelöl einnehmen.

Verstimmungen im Magen oder Darm lassen sich sehr gut mit einem Esslöffel Schwarzkümmelöl behandeln.

Falls Sie unter Atemwegserkrankungen leiden können Sie mit Schwarzkümmelöl auch inhalieren. Hierzu geben Sie wenige Tropfen des Öls in eine Schüssel mit heißem – nicht kochendem – Wasser und inhalieren den aufsteigenden Dampf. Dieser Effekt wird verstärkt, wenn Sie Ihren Kopf über die Schüssel halten und beides mit einem Handtuch abdecken.

Die orale Einnahme von Schwarzkümmelöl ist nicht jedermanns Sache. Alternativ stellt der Handel auch Produkte zur Verfügung, die in Kapseln verarbeitet sind. Diese eignen sich allerdings nur für die orale Einnahme.

Offiziell gilt Schwatzkümmelöl nicht als Naturheilmittel und darf selbst von Reformhäusern und Supermärkten vertrieben werden. Achten Sie daher auch hier besonders streng auf die Zusammensetzung und die empfohlene Dosierung.

Schwarzkümmelöl: Gibt es Nebenwirkungen ?

Nebenwirkungen während der Einnahme von Schwarzkümmelöl sind bisher relativ wenige bekannt. Da das Öl allerdings eine starke Konzentration besitzt, kann es in Einzelfällen bei Personen mit einem schwachen Magen zu Magenschmerzen oder zu saurem Aufstoßen führen. Daher ist es ratsam das Öl niemals nüchtern einzunehmen, sondern zuvor eine Kleinigkeit gegessen zu haben.

Schwangere sollten auf die Einnahme gänzlich verzichten, da der Anteil an ätherischen Ölen Wehen auslösen könnte. Bitte sprechen Sie vor einer Einnahme während der Schwangerschaft unbedingt vorher mit Ihrem Arzt. Menschen mit einer Unverträglichkeit oder einer Allergie gegen Schwarzkümmel sollten auf die Einnahme gänzlich verzichten!

Video: Schwarzkümmelöl – das Gold der Pharaonen

Inhaltsstoffe pro 100 Gramm (ca):

Energie 918 kcal/ 3.367 kJ
Gesättigte Fettsäuren 14 Gramm
davon:
Palmitinsäure* 12 bis 13 Prozent
Stearinsäure* 2 bis 4 Prozent
Myristinsäure* 0,1 bis 0,4 Prozent
Arachinsäure* 0,1 bis 0,4 Prozent
Einfach ungesättigte Fettsäuren 22 Gramm
davon:
Ölsäure* 18 bis 25 Prozent
Palmitoleinsäure* 0,1 bis 0,4 Prozent
Eicosensäure* 0,1 bis 0,4 Prozent
Mehrfach ungesättigte Fettsäuren 55 Gramm
davon:
Linolsäure* 50 bis 60 Prozent
Linolensäure* 0,1 bis 0,4 Prozent

* Angaben des Zytognost-Instituts

Inhaltsstoffe ohne genaue Mengenangaben:

Aminosäuren Arginin, Asparagin, Glycin, Phenylalanin, Serin, Tyrosin, Valin
Vitamine Provitamin A, Vitamine des B-Komplexes (z. B. B1, Biotin, Folsäure), Vitamin C, Vitamin E
Mineralstoffe Magnesium, Selen, Zink
Ätherische Öle Thymochinon
Saponine Melanthin
Bitterstoffe Nigellon Semohiprepinon

(Inhaltsangaben ohne Gewähr)

(1) https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17439407