MCT Öl – das Superfood der Fette

Die MCTs, ausgesprochen medium-chains tryglyceride, zu deutsch mittelkettige Fettsäuren, bilden wohl die große Ausnahme, wenn man von Fetten im Zusammenhang mit Gesundheit spricht und gilt als Superfood. In der Natur kommen sie vorwiegend in pflanzlichen Ölen vor, dort jedoch nie in reiner Form sondern stets im Gemisch mit anderen Fettsäuren. Um MCT-Öl zu gewinnen ist deshalb immer ein chemischer Prozess von Nöten. Dabei wird das Naturprodukt keineswegs zur Chemie oder nimmt einen künstlichen Geschmack an. Das Verfahren dient rein dazu, alle übrigen Fettsäuren z.B. im oft verwendeten Kokosöl herausfiltern zu können. Das Gemisch an MCTs, die dabei übrig bleiben ist im Endprodukt klar bis hellgelb und dabei geruchs- und geschmacksneutral und liefert 8 Kalorien pro Gramm an Energie. So unscheinbar die klare Flüssigkeit auch daherkommen mag, findet MCT-Öl zahlreiche Einsatzgebiete von Kosmetik über die Diätetische Lebensmittel- bishin zur Gesundheitsindustrie und allgemeinen gesunden Ernährung.

Dabei besitzt MCT-Öl einige Besonderheiten, die es so einzigartig macht und als Superfood auszeichnet. Herausstechendste Eigenschaft ist hierbei die Wirkung auf den Metabolismus. Die Effekte auf den Stoffwechsel des menschlichen Körpers können zum Einen die Gesundheit fördern und zum Anderen aktiv bei bestehenden Krankheiten eingesetzt werden. Dabei unterstützen sie aktiv eine Ernährungstherapie, sofern diese von Nöten ist. Zum Anderen ist das Öl bestehend aus mittelkettigen Fettsäuren vergleichsweise gut in Wasser löslich, wodurch es sich ideal zur Verwendung für diverse Kosmetikprodukte eignet.

In der Medizin dient es ideal als Trägerstoff für fettlösliche Vitamine.

Für Aufsehen sorgte das Öl als Superfood zuletzt durch seine ketogene Wirkung und die schnelle Aufnahme in den Körper. Diese soll bei einer Gewichtsreduktion zu schnelleren Erfolgen führen.

MCT-Öl – Herkunft und Herstellung

MCT-Öl wird auch als Neutralöl bezeichnet und wird meist aus Pflanzenölen gewonnen, die einen von Natur aus hohen Anteil an mittelkettigen Fettsäuren besitzen. Meist ist dies Kokos- oder Palmöl. Dabei weist Kokosöl eine Menge von MCTs von 60% auf, Palmöl hingegen nur 50%.

Am häufigsten wird dabei das Öl aus Kokos verwendet, da dies alle mittelkettigen Triglyceride enthält, die MCT-Öl ausmacht. Diese Fettsäuren sind: Caprinsäure (C10:0) und Caprylsäure (C8:0).

Um diese von den ansonsten im Kokosöl vertretenen langkettigen Fettsäuren (LCT) zu extrahieren, wird das Verfahren der Hydrolyse und anschließender Veresterung angewandt.

Hydrolyse und Veresterung

Aufgrund der guten Wasserlöslichkeit von MCTs bietet die Hydrolyse ein ideales Verfahren, um diese von anderen Fettsäuren im Kokosöl zu trennen. Mittels Wasser wird dabei eine biochemische Reaktion erzwungen, entsprechende Komponenten verbinden sich mit Wassermolekülen. Alle anderen Fette, in diesem Falle LCTs können so problemlos entfernt werden. Um die so gebundenen MCT-Fettsäuren aus ihrer Verbindung mit Wasser zu lösen, muss eine Kondensation erfolgen. Anschließend wird mit Glycerin das Endprodukt durch Veresterung erzeugt.

Dabei entsteht das typisch farblose bis hellgelbe und geschmacksneutrale Öl.

Einsatzgebiete von MCT-Öl

MCT-Fette sind keine neue Erfindung, auch wenn sie erst seit Kurzem gehäuft im medialen Content auftauchen.

Ursprünglich war ihr Haupteinsatz in der Diätetik und der damit verbundenen Herstellung diätetischer Lebensmittel zu finden. Dabei kommen MCTs bei diversen Erkrankungen im Rahmen einer ketogenen Diät zum Einsatz und unterstützen damit die Ernährungstherapie. Mittlerweile sind auch MCT-Öle für den allgemeinen Gebrauch erhältlich und werden z.B. über die Firma Primal State vertrieben. Dabei wird es auf zahlreichen Seiten als Superfood aufgrund seiner Wirkungen angepriesen. Als Superfood kommt es auch im Fitnessbereich zum Einsatz.

Des Weiteren bilden sie des öfteren die Basis für diverse Pflegeprodukte und sind so in Cremes und Salben enthalten. Dabei fungieren sie zum einen der Konsistenz und zum anderen der Einspeisung von fettlöslichen Vitaminen in die Kosmetika. Studien, die einen Beleg erbringen, ob MCTs für Haut und Haar besondere Vorteile bringen, sind bis dato nicht vorhanden. Es wurden zwar diverse Studien durchgeführt, die die antibakterielle Wirkung und Pflegetauglichkeit des Öls nachweisen sollen, diese sind jedoch nicht aussagekräftig. Entweder wurde kein Vergleich zum MCT-Öl herangezogen oder der Studienaufbau wies erhebliche Mängel auf, die zu verfälschten Ergebnissen führen konnten.

Als Superfood haben sich die mittelkettigen Fette besonders im Bereich der Gewichtsreduktion einen Namen gemacht. Sie gelten als das ultimative Fett, wenn man abnehmen und zugleich leistungsfähig sein will. Dabei soll man durch den Verzehr dieser Fette selbst abnehmen können. Thermogenese und die Eigenart, dass MCTs nicht als Fettdepots angelagert werden, sollen dies möglich machen.

Einsatzgebiete in der Lebensmittelindustrie und Medizin

MCTs werden noch immer vorrangig in der Lebensmittelindustrie zur Herstellung diätetischer Lebensmittel verwendet. Darunter zählen sowohl spezielle Produkte in Form von Margarine und Aufstrichen als auch in der Sondenernährung.

Als Superfood wurde es erst in letzter Zeit bekannt. Mittlerweile haben sich spezielle Anbieter nicht mehr nur auf den Vertrieb des Öls spezialisiert, sondern bieten besonders für den Bodybuildingbereich auch Pulver an.

Mittelkettige Fette werden zudem schon seit Längerem in der Forschung eingesetzt und werden mittlerweile als ein guter Therapieansatz gegen neurodegenerative Erkrankungen wie Alzheimer und Parkinson gewertet.

Gesundheitsaspekte von MCT-Öl

Neben der metabolischen Wirkung von MCTs sind bis dato noch weitere Gebiete bekannt, in denen mittelkettige Fettsäuren effektiv wirken können.

So sind MCTs natürliche potente Antibiotika, die den Darm dabei unterstützen in Balance zu bleiben. Dabei können mittelkettige Fette wirksame Mittel gegen Streptokokken, Staphylokokken, Neisseria und einigen weiteren Bakterienstämmen sein. Somit können sie aktiv zur Gesunderhaltung des Körpers beitragen und als Prophylaxe zum Schutz eingenommen werden.

Dabei ist anzumerken, dass die mittelkettigen Fettsäuren ideal zur Bekämpfung von negativen Bakterienkulturen eingesetzt werden können, dabei aber gute Bakterien, die sich zu Hauf im Darm befinden, unangerührt lassen.

Durch seine positive Wirkung auf den Fettstoffwechsel und als Unterstützung zum Erhalt des Normalgewichts, kann MCT-Öl dem metabolischen Syndrom entgegenwirken. Dieses setzt sich zusammen aus Adipositas und damit einhergehenden Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes Melitus, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen und Gicht. Besonders bei erhöhten Cholesterinwerten können mittelkettige Triglycheride unterstützend wirken. Durch den Verzehr wird der Anteil an gutem Cholestern, dem HDL, welches die Gefäßwände vor Ablagerungen und Verengungen schützt, erhöht. Dies senkt zugleich das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall herab.

Somit reduziert sich das Risiko für Herzerkrankungen und schwerwiegende Folgeerkrankungen an Leber, Pankreas und Nieren erheblich.

Des weiteren kann durch die metabolische Besonderheit des Öls die Gedächtnisleistung zunehmen und das Hirn unter Ausschluss von Kohlenhydraten optimal versorgt werden. So lässt sich während einer Diät, aber auch im stressigen Alltag effektiv das berüchtigte Mittagstief umgehen.

Trotz all dieser Eigenschaften sollte MCT-Öl nicht als ultamitives Heilmittel angesehen werden. Es kann, integriert in eine gesunde Ernährung deutliche Beiträge zur Prävention leisten und Risiken für bestimmte Erkrankungen herabsetzen, jedoch wird dies nicht erreicht, indem man schlicht ein paar Gramm täglich konsumiert.

Auch ein Superfood kann nur dann seine volle Leistung entfalten, wenn eine gesunde und körperorientierte Lebensweise angestrebt wird. Und diese bedeutet: gesunde, vitamin- und mineralstoffhaltige Ernährung mit ausreichend Obst und Gemüse sowie mageren Proteinquellen in Kombination mit ausreichend Bewegung.

2)Einsatz der MCT-Fettsäuren in der Diätetik

Mittelkettige Fettsäuren weisen seit jeher metabolische Besonderheiten auf, die einen Nutzen für die Kostformen zu bestimmten Krankheitsbildern indizieren.

Diese Fettsäuren mit ihren sechs bis zehn Kohlenstoffatomen kommen bei der Verdauung ohne Gallensäure und Enzyme, die als Lipasen bezeichnet werden, aus. Daher sind sie ideal bei Fettverwertungsstörungen einsetzbar. Dieser Umstand bildet das klassische Einsatzgebiet der MCTs.

Zusätzlich wurden weitere Einsatzfelder angefügt, die vor allem ihrer ketogenen Wirkung zugeschrieben werden.

Klassische Einsatzfelder

1) Diätetischer Einsatz aufgrund der guten Wasserlöslichkeit

Da mittelkettige Fettsäuren schnell vom Organismus aufgenommen werden können, können sie bei einer Reihe von Krankheiten eingesetzt werden, die vor allem zur Entlastung des Stoffwechselsystems beitragen.

Diese sind:

  • Malabsorptionssyndrom (verminderte Aufnahme von Fetten über die Darm-/Blutschranke)
  • Lymphangiektasie (krankhafte Erweiterung der Lymphgefäße)
  • Morbus Whipple (Infektionskrankheit, bakteriöse Erkrankung des Dünndarms, welche u.a. zur Malabsorption von Fetten führt)
  • Chylothorax (Ansammlung von Lymphflüssigkeit in dem Brustfell)

Zusätzlich kommen mittelkettige Fettsäuren zum Einsatz, wenn es um die Ernährung von zu früh geborenen Babys geht. Sie werden hier zum Einen gegeben, um den noch nicht völlig entwickelten Verdauungstrakt zu schonen und um eine Gewichtszunahme des Kindes zu sichern.

2) Diätetische Felder aufgrund der Lipasefreiheit bei Aufnahme

Die Enzyme zur Spaltung von Fetten, bezeichnet als Lipase, werden in der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) gebildet und in den Dünndarm abgegeben. Ist der Pankreas in seiner Funktion eingeschränkt, können LCTs nicht mehr resorbiert werden, es kommt zu gravierenden Verdauungsstörungen, einhergehend mit einer Unterversorgung von Fetten und daran gebundene fettlösliche Vitamine.

MCT-Öl kommt ohne Lipase aus und ist im Dünndarm ohne die Enzyme spaltbar. Somit kann es schnell und ohne Schwierigkeiten resorbiert werden.

Krankheiten der Bauchspeicheldrüse, bei denen der Einsatz von MCTs sinnvoll ist:

  • exokrine Pankreasinsuffizienz (Unvermögen der Bauchspeicheldrüse Hormone und Enzyme zu produzieren und/oder abzugeben, ausgelöst durch Entzündungen, Gewebsveränderungen oder Karzinomen)
  • chronische Pankreatitis (dauerhafte und/oder immer wiederkehrende Entzündung der Bauchspeicheldrüse, meist mit Gewebsveränderungen einhergehend)
  • zystische Fibrose (Mukoviszidose – genetische Erkrankung, die zur Bildung von Schleim oder Sekret von Organen und Drüsen führt und diese in ihrer Funktion einschränkt oder gänzlich zum Erliegen bringt)

Neben diesen Krankheiten und ihrer einhergehender Symptomatik, werden mittelkettige Fettsäuren auch dann eingesetzt, wenn operative Eingriffe am Darm, speziell des Dünndarms vorgenommen worden.

Besonders beim sogenannten Kurzdarmsyndrom, welches nach Entfernung eines Teilstücks oder des kompletten Dünndarms auftritt, werden MCTs gegeben, um die Versorgung mit Fett und fettlöslichen Vitaminen zu gewährleisten ohne dabei den bereits irritieren Darm zusätzlich zu belasten.

3) Einsatz von MCT-Fettsäuren aufgrund der Umgehung von Gallensäure

Gallenprobleme sind häufige Ursachen, die zu einer Störung der Fettverdauung mit unangenehmen Nebenwirkungen führen. Dabei sind sowohl Magen- und Darmkrämpfe, übelriechende Durchfälle und Übelkeit aufgeführt, wie auch Schmerzen und Koliken direkt an der Galle.

Durch den Einsatz von MCTs werden die Problematiken gemildert und fördern die Genesung oder ersetzen in der weiteren Ernährung therapeutisch die Beschwerdefreiheit des Patienten.

Krankheiten die dieses Einsatzfeld der mittelkettigen Fettsäuren in Anspruch nehmen sind:

  • Gallensteine (sowohl zur Prävention von Neubildungen als auch direkt bei akuten Zuständen)
  • akute und chronische Cholitis (Entzündung der Gallenblase)
  • Hepatitis (Entzündung der Leber mit Auswirkung auf die Galle und die Bildung von Gallenflüssigkeit)
  • Karzinome der Leber und/oder Galle (Funktionsausfall der Gallensaftbildung und Speicherung bis zur Weitergabe in den Dünndarm durch Gewebsveränderungen oder Raumeinnehmende Tumore)

Neben diesen ganzen Krankheitsbildern kommt der Einsatz von mittelkettigen Fettsäuren immer dann zu tragen, wenn es um die enterale und parenterale Ernährung geht. So wird sowohl in Sondenkost die in den Magen-Darm-Trakt zugeführt wird, als auch bei intravenöser Ernährung zu MCTs gegriffen, um eine Abdeckung der benötigten Fettmenge zu gewährleisten und einem erhöhten Risiko von Gewichtverlust vorzubeugen.

Zusätzliche Einsatzfelder

Ketogene Diät

Dieser Einsatz ist, außerhalb der Anwendung in der Ernährungstherapie, die wohl bekannteste. Dabei ist die ketogene Diät eine kohlenhydratarme, fett- und eiweißreiche Kostform, die den sogenannten Hungerstoffwechsel imitieren soll.

Dabei soll dies nicht nur zu einer gewünschten Gewichtsreduktion führen, sondern wird zugleich bei bestimmten Erkrankungen, den Hirnstoffwechsel betreffend, eingesetzt.

Diese sind:

  • Epilepsie (Krämpfe, ausgelöst durch Fehlschaltungen und Fehlübermittlungen von Transmittern im Hirn)
  • Alzheimer (hier liegen noch keine abschließenden Forschungsergebnisse vor)
  • Parkinson (hier liegen noch keine vollständigen Ergebnisse vor)

Zusätzlich wird MCT-Öl eingesetzt, wenn eine Glucosetransportstörung1 (z.B. GLUT1-Defizit-Syndrom) oder Pyruvatdehydrogenasemangel2 vorliegt.

Die Diät selbst ist auch zur Gewichtsreduktion mittlerweile in abgeschwächten Formen weit verbreitet. Bekannte Beispiele bilden die Low Carb – Diät und die Ernährung nach Atkins.

1 genetische Mutation, führt zu verkleinertem Gehirn, Bewegungseinschränkungen und neurologischen Störungen. Symptome können mit MCT-Gabe gemildert und zu Teilen kompensiert werden

2 genetische Mutation, einhergehend mit Dysfunktion bei der Energiegewinnung.

 

3) Abnehmen mit MCT-Öl

MCTs stehen bereits seit Jahren in dem Ruf, bei einer Gewichtsreduktion helfen zu können. Mehrere Studien haben sich bereits mit der Thematik auseinandergesetzt und gingen den Hintergründen auf den Grund.

Die einfachste Erklärung, warum mittelkettige Fettsäuren bei einer Abnahme unterstützen sollen, findet sich in ihrem einfachen Abbau und der Spaltung. Da die Fettsäuren unproblematisch die Darmwand passieren können, können sie so schnell und ohne Umwege in die Leber transportiert werden.

Dort dienen sie sofort der Energiegewinnung. Dadurch werden sie erst gar nicht als Fettdepots gespeichert.

Aufgrund dieser metabolischen Besonderheit weisen MCTs im Gegensatz zu LCTs eine 10% niedrigere Energiedichte auf.

Des Weiteren verursacht eine regelmäßige Aufnahme von 15-30g MCTs durch die Ernährung einen Anstieg der Thermogenese. Dies wiederum sorgt für eine erhöhte Kalorienverbrennung von bis zu 5%. Weiterer zu beobachtender Effekt besteht in einem verringerten Hungergefühl. Dies wird der erhöhten Ketonkörperbildung unter Einnahme dieser Fette zugesprochen. Aus dieser Reaktion heraus, der Ketogenese, kommt auch die Namensgebung der ketogenen Diäten.

Ketogene Diäten

Ketogene Diäten arbeiten grundsätzlich auf dem Prinzip der Ketogenese. Vertreter sind die anabole Diät, die 4:1 bzw. 3:1 Diät und die MCT-Diät.

Diese sollen nun hier etwas näher beleuchtet werden.

Anabole Diät

Die anabole Diät ist vor allem bei Bodybuildern und Fitnesssportlern weit verbreitete. Dabei soll effektiv Fett verbrannt werden, ohne einen Verlust an Muskelmasse zu erzeugen, wie es bei sonstigen Diäten vermehrt der Fall ist.

Die Diät wird meist mit einer minimalen Kohlenhydrataufnahme von unter 30g pro Tag durchgeführt. Dies hat die Effekte, dass der Blutzuckerwert konstant niedrig gehalten wird. Dies sorgt für einen niedrigen Insulinspiegel.

So kann die Fettverbrennung nicht gehemmt werden und der Körper gerät, sobald die Speicher für Glucose aufgebraucht sind, in den Zwang, andere Energiequellen zu nutzen.

Sind die Glykogenspeicher in Leber und Muskulatur einmal aufgebraucht, setzt daher die Ketogenese ein. Dabei wird in der Leber mittels Lipolyse aus Fettsäuren Ketonkörper metabolisiert. MCTs können den Effekt zusätzlich unterstützen und bieten eine schnelle und effektive Energiequelle im Zustand der Ketose.

Wichtig dabei ist, die Kohlenhydrate konstant niedrig zu halten und den Anteil an Nahrungsfett hoch. Mittelkettige Fettsäuren können hier ergänzend sinnvoll eingesetzt werden.

Die Diät an sich läuft dabei in 2 Phasen ab, der ketogenen und der anabolen Phase.

Die ketogene Phase läuft meist über ein bis zwei Wochen und setzt sowohl die Kohlenhydrate als auch die Energieaufnahme herab. Durch MCTs kann hier die zugeführte Energie weiter verringert werden. Hierbei kommt neben reinem MCT-Öl auch gern Kokosöl zum Einsatz.

In Phase 2 die sich über 1 bis 2 Tage erstreckt und auch als Refeed bezeichnet wird, steigen die Kohlenhydrate enorm auf über 70% der täglichen Gesamtenergiemenge, Eiweiß wird mit 20% zugeführt und Fett in dieser Phase auf unter 10% heruntergeschraubt. Auch hier kann MCT-Öl unterstützen und den eingestellten Metabolismus der Ketogenese aufrechterhalten.

4:1 bzw. 3:1 Diät

Bei diesen Diätformen werden 75 bis 90 % der täglichen Nahrungsenergie über Fette gedeckt. Auch hier bietet sich der Einsatz von MCT-Fetten an. Diese unterstützen den ketogenen Effekt enorm.

MCT-Diät

Auch die reine MCT-Fette-Diät geht mit einer hohen Zufuhr an Fett einher. Da hierbei sämtliches Nahrungsfett über MCTs aufgenommen wird, gestaltet sich die Bandbreite für Kohlenhydrate und Eiweiße etwas weiter und lässt so mehr Spielraum zu.

 

4) Wie kann man die Wirkung von MCT-Fetten zum Abnehmen nutzen?

MCT-Fette sind momentan beim Thema abnehmen auf sehr hohem Kurs. Das Öl, gewonnen aus Kokosöl soll für eine schlanke Linie sorgen – und das ganz ohne Jo-Jo-Effekt.

Doch was zunächst wie ein Wunder klingt, ist tatsächlich zur Gewichtsreduktion einsetzbar. Dazu muss man nur dem Wunschglauben abschwören ein anderes Fett führe ganz automatisch und ohne weiteres Zutun zum schlanken Körper.

Wer MCTs rein als zusätzliche Hilfe bei der Gewichtsreduktion ansieht, kann damit allerdings gute Ergebnisse im Kampf gegen das Übergewicht erzielen.

 

Welche Effekte helfen beim Abnehmen?

  • Weniger Kalorien als andere Fette
  • Erhöhen durch Thermogenese den Energieverbrauch
  • Kein Jo-Jo-Effekt
  • Sättigend

Im Gegensatz zu anderen Nahrungsfetten besitzen MCTs nur 8kcal pro Gramm anstatt der sonstigen 9kcal. Allein dadurch lässt sich bei der Umstellung darauf die ein und andere Kalorie einsparen.

Hinzu kommt, dass mittelkettige Fettsäuren sofort über Ketonkörperbildung zur Energiegewinnung eingesetzt werden und sich somit nicht als Fettdepot anlagern. Weiterer Punkt ist die gesteigerte Wärmebildung des Körpers. Diese wirkt sich mit einer Energiebedarfserhöhung von etwa 5% aus.

Nimmt man mit dem Verzehr mittelkettiger Fettsäuren ab, muss man im Anschluss keinen Jo-Jo-Effekt fürchten. Dies ergibt sich aus der Tatsache, dass der Körper seine Leistung nicht herunterfährt und somit nach der Abnahme nicht automatisch alles einlagert, was als Überschuss zur Verfügung gestellt wird.

Dank der stattfindenden Ketogenese die zur langanhaltenden Energieversorgung des Körpers beiträgt, tritt ein lange anhaltendes Sättigungsgefühl nach dem Verzehr ein.

 

Wie gestaltet sich die Reduktionskost mit MTC-Öl?

Möchte man Abnehmen gilt auch hier stets die Grundregel: Es muss mehr verbrannt als zugeführt werden.

Daher gestaltet sich die Effektivität der Diät am höchsten, wenn zugleich auf eine Kalorienbeschränkung im Rahmen von 1200-1800 Kalorien geachtet wird.

So können die Vorzüge der durch MCTs bewirkten Ketose zur vollen Entfaltung kommen.

Neben der Beachtung bestimmter Kalorienmengen sollte die Ernährung grundsätzlich umgestellt werden.

Eine optimale Diät ist fettreduziert, ballaststoff- und vitaminreich und wird durch Bewegung ergänzt.

Die tägliche Fettmenge sollte 60g pro Tag nicht überschreiten. Ballaststoffe aus Vollkornprodukten, aber auch aus Gemüse und Obst unterstützen die Sättigung und die Gesunderhaltung des Magen-Darm-Trakts. Zudem wird so einem Mangel an Vitaminen und Mineralstoffen vorgebeugt.

Weiterer wichtiger Baustein in einer Kost zur Abnahme bildet Protein. Magerer Quark, mageres Fleisch, Fisch und Käse ergänzen den Speiseplan optimal und sorgen für Abwechslung.

Ziel ist es stets, eine Ernährung anzustreben, die dauerhaft ohne Mängel und Unwohlsein durchgeführt werden kann. Sportliche Betätigung oder mehr Aktivität im Alltag sorgen für eine Steigerung des Energiebedarfs und machen damit eine Abnahme einfacher.

Werden Fette durch MCTs ersetzt, sollte dies langsam und zuerst in kleiner Dosierung erfolgen, um Verdauungsproblemen und Unverträglichkeiten zu vermeiden. Es sind mehrere Ersatzprodukte neben dem reinen Öl erhältlich, welche im Austausch zur sonst genutzten Butter, Brotaufstrich, Mayonnaise oder auch Aufschnitt eingesetzt werden kann.

 

Für welche Diäten können mittelkettige Fettsäuren noch angewandt werden?

Möchte man einem direkten Ernährungskonzept folgen, können auch hier MCTs als Hilfsmittel zusätzlich eingesetzt werden.

Bekannte Beispiele, bei denen die ketogene Wirkweise von MCT-Öl eingesetzt werden kann sind:

 

  • LowCarb
  • HighFat
  • Schlank im Schlaf
  • BodyChange
  • Anabole Diät
  • Ketogene Diät
  • Atkinsdiät

5) Mythen um das Thema MCTs als Wundermittel gegen Übergewicht

Auch wenn mittelkettige Fettsäuren eine Abnahme unterstützen können, ranken sich um das Thema hanebüchene Empfehlungen und Theorien, die fernab jeglicher wissenschaftlicher Forschung liegen.

So wurde aus dem gesunden Fett aus Kokosöl in Windeseile ein Zaubermittel, welches ohne sonstiges Zutun das Körperfett schmelzen lassen soll. Bekanntestes Beispiel dafür war die Erfindung des Bulletproof Coffee.

 

Bulletproof Coffee

Diese Erfindung geht auf den Amerikaner David Asprey zurück. Auf einer seiner Reisen in den Himalaya wurde ihm Yakbutter-Tee serviert. Positiv überrascht und von dem belebenden Effekten angetan, nahm er dieses Rezept mit zurück in sein Heimatland und verfeinerte es durch die belebende Wirkung von Kaffee.

Heraus kam schlussendlich die später sooft angepriesene Wunderwaffe, die Körper und Geist fit und leistungsfähig machen soll und dabei noch die Fettzellen zum Schmelzen bringt: Bulletproof Coffee.

 

Das Getränk selbst wird ganz klassisch mit folgenden Zutaten hergestellt:

  • Bio-Kaffee
  • 1-2El Weidebutter (z.B. Kerrygold)
  • 1-2El MCT-Öl (z.B. Primal State MCT-Öl)
  • ½ Tl Vanillepulver oder Mark
  • An Trainingstagen 1Tl Collagen (Collagenhydrolat)

 

Die Zubereitung erfolgt folgendermaßen:

 

Zuerst wird die Butter und das reine MCT-Öl in einen Becher gegeben. Das ganze wird mit einem Schluck heißen Kaffees aufgegossen, damit die Butter schmelzen kann. Das Vanillepulver zugeben und alles zusammen in einem Mixer schaumig aufschlagen. Ist eine gleichmäßige und cremige Konsistenz erreicht kann mit dem restlichen Kaffee bis zur gewünschten Trinkfähigkeit aufgefüllt werden.

Dieses Getränk bildet das Frühstück zum Abnehmen. Andere Speisen und Getränke sollten vermieden werden, um den gesamten Effekt ausnutzen zu können.

 

Nachgesagter Nutzen von Bulletproof Coffee

  • Kohlenhydrate am Morgen entfallen, die Glykogenspeicher werden zur Energiegewinnung entleert, danach erfolgt Ketose
  • Sättigung über mehrere Stunden
  • Leistungsfähigkeit bleibt erhalten
  • Gesteigertes Konzentrationsvermögen

 

Umstrittene Wirkung

So fantastisch die Vorstellung auch sein mag, allein durch das Trinken eines fettversetzten Kaffees überschüssige Pfunde verlieren zu können, so umstritten ist die Wirkung auch.

So setzt durchaus, sobald der Glykose-Speicher in Leber und Muskulatur geleert ist, die Ketogenese ein, die vorzugsweise auf die zugeführten MCTs zugreift, jedoch ist dieser Effekt nur solange gegeben, bis erneut Kohlenhydrate über die Ernährung zugeführt werden. Genauso verhält es sich auch mit jeglichen Effekten, die die Ketonkörperbildung mit sich bringt. Dazu zählt das verminderte Hungergefühl und die gesteigerte Leistungsfähigkeit, auch wenn keine feste Nahrung am Morgen aufgenommen wurde.

Damit ergibt sich ein wahrer Trugschluss, wenn man die Annahme vertreten möchte, dass der Genuss des versetzten Kaffees allein zu einer Fettverbrennung führen würde.

Zumal ein solches Getränk mit etwa 380kcal nicht als kalorienarm anzusehen ist.

 

MCTs sind Fette, die niemals dick machen

Ein weiterer Mythos findet sich unter der Aussage, dass mittelkettige Fettsäuren grundsätzlich nicht dick machen können. Diese Annahme hielt sich lange Zeit in dem Zusammenhang, dass MCTs eine geringere Energiedichte zu ihren langkettigen Verwandten aufzeigen. Die Differenz beträgt dabei 1kcal pro Gramm.

Geht man nun von einer empfohlenen Tagesdosis von 60g Fett aus, ergibt sich so eine Kalorienersparnis von gerade einmal 60kcal. Auf ein gesamtes Jahr hochgerechnet lassen sich damit etwa 3Kilogramm fett abbauen.

Im Allgemeinen sei gesagt, dass eine Abnahme grundsätzlich – egal auf welchem Prinzip sie beruht – nur dann zum Erfolg führt, wenn mehr Energie verbraucht als aufgenommen wird. So führt auch keine reine Umstellung von normalen Fetten auf reine MCT-Öle zu einer automatischen Abnahme sondern kann eine Diät nur sinnvoll unterstützen.

6) MCT-Öle in der Sportlerernährung

Zum Muskelauf- und gleichzeitigen Fettabbau spielen Fette und die richtige Auswahl derer eine wichtige Rolle. Besonders die medium-chain-Triglyceride, kurz MCTs genannt, die bis dato in noch keinem Supermaktregal zu finden sind.

Vor allem im Bereich des Bodybuildings oder im allgemeinen Bereich des Body Forming kommt MCT vermehrt zum Einsatz und wird dort als Nahrungsergänzung eingenommen. Die Dosierung liegt hierbei meist um die 15ml pro Tag. Der Verzehr selbst muss dabei nicht pur erfolgen. Das Öl lässt sich ohne Probleme in Salate, Kaltspeisen oder Proteinshakes geben, da es den Geschmack nicht verdirbt oder verändert.

In der Sportlerernährung fungiert das Öl aus mittelkettigen Fettsäuren meist zusammen mit einer eiweißbasierten Kost durchgeführt.

Über die Aufnahme von hochwertigen Kohlenhydraten lassen sich die Effekte des MCTs zusätzlich steigern. So können große und anstrengende Workouts besser durchgeführt werden.

 

Effekte des MCT-Öls für den Sport

In der Sportlerernährung wird die Zufuhr von mittelkettigen Fettsäuren rein zur schnellen Bereitstellung von Energie genutzt. Dabei liefert es doppelt so viele Kalorien als Kohlenhydrate oder Proteine. Zumal wird die Energie aus diesen Fetten schneller und effektiver bereitgestellt, was zu einer besseren Leistungsfähigkeit beim Training oder Wettkampf führt. Das gleiche kann auch mit einer Zufuhr von Kokosöl hervorgerufen werden.

Bei diesem jedoch werden auch minderwertigere langkettige Fettsäuren, die LCTs, mit aufgenommen.

Zudem kann durch den Ersatz von einem Teil des täglichen Öls zur Speisenzubereitung durch MCT eine Reduktionskost unterstützt werden.

Des Weiteren soll das Öl zu einer verbesserten Fettverbrennung führen. Dies wurde aber nicht nachhaltig genug belegt und ist bis dato noch nicht hieb und stichfest bestätigt.

 

Für welche Sportarten ist eine Sportnahrung mit MCTs sinnvoll?

Der Einsatz von mittelkettigen Fettsäuren ist besonders im Muskelaufbau sinnvoll. Dort dienen sie zum Einen als Energielieferant, zum Zweiten unterstützen sie durch den Vorantrieb der Ketogenese den Abbau von überschüssigem Körperfett.

Des Weiteren berichten viele Ausdauersportler von verbesserter Leistungsfähigkeit, wenn MCT-Öl vor einer Trainingseinheit eingenommen wurde. Dies konnte bis dato jedoch noch nicht klinisch bestätigt werden. Die Annahme des Effekts geht aber dahin, dass die schnelle Bereitstellung von nutzbarer Energie durch die MCTs auch im Ausdauerbereich zu einem Anstieg der Leistung – auch über längere Distanzen – mit sich bringt.

Hinweise in der Anwendung als Nahrungsergänzung

Besonders bei beginnender Einnahme des Öls kann es zu Unverträglichkeiten kommen. Diese äußern sich vor allem in Magen-Darm-Problematiken die von Übelkeit und Durchfall bishin zu starken Krämpfen reichen kann.

Daher sollte zu Beginn nur in einer sehr kleinen Dosierung begonnen werden, die über einen Zeitraum von ein bis zwei Wochen auf 15ml täglich gesteigert werden kann.

Des Weiteren sollte davon abgesehen werden, sämtliche Nahrungsöle durch MCTs zu ersetzen. Dies kann zu Mangelerscheinungen führen, beispielsweise durch die fehlende Aufnahme wichtiger Omega-3-Fettsäure. Für den täglichen Speiseplan sollten daher auch andere Fettquellen wie Fisch, Nüsse und hochwertige Pflanzenöle wie Kokosöl herangezogen werden.

Wird das Öl während einer Diät eingenommen, reicht dies allein nicht aus. Hier muss zusätzlich auf eine energiereduzierte Ernährungsweise geachtet werden.

Da es sich um ein reines Produkt aus Pflanzenfett (Kokosöl) handelt, ist es vegan und kann auch bei einer entsprechenden Lebensweise eingenommen werden.

Möglichkeiten zur Aufnahme von MCTs

Neben dem bekannten Öl wird für die Nutrition im Sportbereich auch Pulver zur Verfügung gestellt. Dieses existiert in reiner Form auf dem Markt oder als Kombiprodukt mit Protein.

Daneben finden sich auch Riegel für die Sporternährung, die mit MCTs angereichert wurden.

7) MCT-Öl für höhere Denkleistungen und ein besseres Gedächtnis

Das schnelle Verstoffwechseln der mittelkettigen Fettsäuren zu Ketonkörpern bildet eine ideale Energiequelle nicht nur für die Muskulatur sondern auch für die Schaltzentrale des Organismus: das Gehirn.

Ketone besitzen dabei die Eigenschaft, ungehindert die Blut-Hirn-Schranke passieren zu können. Diese Eigenschaft wurde auch in einer Studie des Laboratory of Membrane Biochemistry in Washington1 belegt und mit dem Ergebnis untermauert, dass Ketone den Hirnstoffwechsel beschleunigen.

Dieser Nutzen kommt vor allem dann zu tragen, wenn durch eine Diät die Zufuhr von Zucker und einfachen Kohlenhydraten – die sonstige Hauptenergiequelle des Gehirns – eingeschränkt wurde oder komplett entfällt.

Durch die Aufnahme von MCTs – egal ob im reinen MCT-Öl oder über Kokosöl – wird die Gehirnleistung optimal aufrechterhalten und sogar verbessert. Die Leistungsfähigkeit in Denkprozessen nimmt zu, die Konzentration fällt weniger rapide ab. So kann mittels Nahrungsergänzung durch mittelkettige Fettsäuren auch das berühmte Mittagstief umgangen werden. Daher wird die Einnahme von mittelkettigen Fettsäuren über die Ernährung auch als Gehirndoping bezeichnet.

 

MCT in der Alzheimertherapie

Alzheimer Demenz ist wohl eine der heimtückischsten neurologischen Erkrankungen schlechthin. Der Prozess des Gedächtnisverlusts ist schleichend und wird meist erst in einem Zustand erkannt, in dem die Schulmedizin nur noch bedingt ansetzen und ein Fortschreiten eindämmen kann.

Mehrere Fallbeispiele rückten auch bei dieser Erkrankung MCT-Öl ins Blickfeld neuerer Forschung rund um die Eindämmung der Gehirnerkrankung.

 

Seit längerem wird Demenz auch als Gehirn-Diabetes bezeichnet. Vermutet wird schon lange, dass die Krankheit aufgrund einer gestörten Verstoffwechselung des Zuckers im Gehirn entsteht. Genau hier können MCTs ansetzen.

Indem man dem Gehirn die – in diesem Falle schädliche – Hauptnahrungsquelle, nämlich Zucker und einfache Kohlenhydrate entzieht – und durch die Ersatzenergiequelle Ketone ersetzt, wird der Prozess zumindest nicht weiter vorangetrieben.

 

Bekanntestes Beispiel für die Behandlung der Alzheimer Demenz bildet wohl die Geschichte von Steve Newport.

Seine Frau, die Ärztin Dr. Marie Newport, veröffentlichte diesbezüglich sogar ein Buch unter dem Titel „Alzheimer vorbeugen und behandeln: Die Ketonkur: Wenn ein natürliches Fett die Erkrankung aufhält“.

Darin wird berichtet, dass Newport bereits im fortgeschrittenen Stadium der Demenz angelangt war. Trotz neuerer Medikamentenstudien konnte ihm keine Hoffnung gegeben werden, als Proband schied er aufgrund der Schwere der Hirnschäden bereits aus.

Seine Ehefrau forschte unterdessen nach und stellte fest, dass eines der Hauptbestandteile des neuen Medikaments ein mittelkettiges Triglycerid war. Aus der Not heraus kaufte sie ein Glas Kokosöl, welches bekanntermaßen MCTs in höherer Dosierung enthält und verabreichte es ihrem Mann. Der Effekt war bemerkenswert.

In neurologischen Untersuchungen erinnerte sich Newport plötzlich wieder an Dinge, die seit Jahren in seinem Gedächtnis als verloren angesehen waren. Mit stetiger Einnahme von MCT-Öl begann er sich sogar an Verwandte und Bekannte zu erinnern. Er wurde wieder lebensfähig.

Das damals getestete Medikament kam später tatsächlich auf den Markt und wird auch heute noch zur Alzheimertherapie eingesetzt. Der Name ist Axona und tatsächlich ist der Hauptbestandteil der Arznei MCT-Fett.

Momentan läuft eine großangelegte Studie des USF Health Byrd Alzheimer’s Institute in Tampa/Florida, gesponsert von der University of South Florida, zum Thema MCTs, Ketone, Alzheimer, Demenz und Kokosöl. Die Ergebnisse sollten 2018 Veröffentlichung finden.

Bereits jetzt wurde festgestellt, dass MCT-Öl dazu beiträgt die neurodegenerativen Ablagerungen von Protein an den Synapsen und den massiven Zellschwund einzudämmen oder gar zu verhindern.

8) MCT-ÖL kaufen – Gutes finden und anwenden

 

Setzt man sich länger mit dem Thema MCTs auseinander kommt früher oder später oft der Wunsch auf, den Selbsttest zu machen.

Dabei stehen verschiedene Anbieter für Qualität und hochwertige Öle. Beispiele hierfür sind Primal State, Brain Effect und MeaVita.

Doch auch zahlreiche andere Anbieter haben das Öl aus mittelkettigen Fettsäuren im Sortiment und vertreiben es.

 

Worauf muss beim Kauf geachtet werden?

 

MCT-Öl kommt immer als klare bis schwach hellgelbe Flüssigkeit daher, die sowohl geschmacks- als auch geruchsneutral ist.

Beim Kauf sollte man darauf achten, dass das Produkt möglichst aus Quellen extrahiert wurde, die Bioqualität aufweisen.

Dabei ist der Preis selten ein Indiz. Die Spannen der Anbieter unterscheiden sich mitunter deutlich, geben aber keinerlei Aufschluss über die Hochwertigkeit des Produkts.

Besonders beim Online-Kauf sollte man daher vorhandene Rezensionen zu Rate ziehen, um eine individuelle Auswahl zu treffen.

 

Gibt es das Nahrungsergänzungsmittel nur Online?

 

Auch wenn das Öl vorwiegend im Internet vertrieben wird, ist es mitunter auch im Reformhaus oder sehr gut sortierten Drogeriemärkten zu finden.

Dabei bietet der Online-Markt mit seinen zahlreichen Vertriebsseiten bis dato die größte Auswahl.

 

Kann man MCTs auch in anderen Formen erwerben?

 

Besonders der amerikanische Markt setzt mittlerweile nicht nur auf das reine Öl, sondern bietet zur Nahrungsergänzung auch Pulver an. Dieses gibt es sowohl als reines MCT-Pulver als auch in Mischung mit hochwertigem Protein. Besonders für Bodybuilder stellt diese Variante wohl die interessantere Option dar.

 

Des weiteren werden auch diätetische Lebensmittel vertrieben, deren LCTs zu einem Großteil durch MCTs ersetzt wurden. Erhältlich sind Margarine, süße und herzhafte Brotaufstriche, Riegel sowie bestimmte Schmelzkäse und Wurstwaren.

 

Wie wird MCT-Öl dosiert?

 

Besonders zu Beginn der Einnahme von mittelkettigen Fettsäuren sollte die Dosierung gering gehalten werden. Anfangs sollten nicht mehr als 10-15ml Öl aufgenommen werden. Bei höheren Dosen können anfängliche Nebenwirkungen in Form von Magen-Darm-Beschwerden auftreten. Zusätzlich kann es in den ersten Tagen zu einem Gefühl von Müdigkeit kommen. Dieses klingt jedoch rasch ab.

Über mehrere Tage bis Wochen kann die Dosierung dann angehoben werden.

Da MCTs als Nahrungsergänzung in eine gesunde Ernährung integriert werden sollte, ist eine Höchstmenge von 40ml bzw. g angeraten. Die restlichen, von der WHO empfohlenen, 20g können über alle anderen Nahrungsfette gedeckt werden. So wird einem Mangel an wichtigen Fettsäuren wie Omega-3 vorgebeugt.

 

Bei der Dosierung sollte man zudem streng darauf achten, nicht zu Überdosieren. Dies kann aber einem täglichen Verzehr von mehr als 50g der Fall sein. Hier besteht die Gefahr der Ketoazidose. Befinden sich zu viele Ketonkörper im Blut treten dabei Symptome von Übelkeit, Schwindel, Kuß-Maul-Atmung, Atembeschwerden und Polyurie auf. Hierbei ist die Einnahme sofort abzubrechen und ein Arzt hinzuzuziehen. Unbehandelt kann die Ketoazidose zum Tode führen.

Des weiteren dürfen MCTs nicht eingenommen werden, wenn eine Oxidationsstörung besteht. In diesem Fall kann der Arzt beratend herangezogen werden.

 

Darf MCT-Öl erhitzt werden?

Das klare Öl ist zum kalten Verzehr gedacht. Es darf nicht über 150°C erhitzt werden, da sich sonst schädliche Substanzen bilden und die positiven Effekte minimiert werden könnten.

Es eignet sich perfekt als Beigabe zu Salaten und Kaltspeisen, z.B. aus Quark, in Smoothies und Eiweißshakes.

 

Sonstige Hinweise

 

Kauft man MCT-Öl sollte darauf geachtet werden, dass dieses rein aus Kokosöl gewonnen wurde.

Öl aus Palm- und Kokosöl sollte, der Umwelt zuliebe, nicht erworben werden. Die Palmindustrie ist nachweislich verantwortlich für eine Hohe Abholzrate des Regenwaldes. Dies sollte nicht unterstützt werden.